Matsch unter den Füßen, Gummihopse, aufgeschrammte Knie, Sommerregen. Das war unsere Kindheit. Draußen in der Natur, in Nachbars Kirschbaum oder auf dem Parkplatz hinter der Autowerkstatt. Im Wald gab es noch Räuber, am Bach noch Nilpferde, wir hatten keine Smartphones, kein Facebook, keine Allergien, wir hatten nur eine Uhrzeit, wann wir wieder zuhause sein sollten. Früher war doch alles besser! 

 

Das ist natürlich Unsinn! Früher war gar nichts besser! Nur anders. Aber trotzdem werden wir uns als Erwachsene, ob älter oder jünger, schnell darüber einig: Früher war Kind sein irgendwie schöner. Weil wir uns gern erinnern, manches verklären, aber vor allem, weil unsere Kindheit uns und unsere Persönlichkeit geprägt hat. Und uns fällt auf, dass vielen Kindern heute das unbekümmerte Spiel fehlt. Mehr noch: Dass es ihnen durch den gesellschaftlichen Druck, der auf den Eltern lastest, unmöglich gemacht wird. Eltern sehen sich vielfältigen Erwartungen ausgesetzt, von den Schulen, von den Kindergärten, von Verwandten und Erziehungsratgebern: Ihr Kind muss Einsen schreiben, teamfähig sein, zwei Fremdsprachen lernen, donnerstags Ballet, freitags Geige. Und wer das seinem Kind nicht bieten kann, hat zumindest ein schlechtes Gewissen. Denn das Kind muss Leistung bringen! Daran ist auch erst einmal nichts Schlechtes.

 

Alle Eltern der Welt wollen das Beste für ihr Kind. Aber am Ende haben die Kinder keine Zeit mehr für das, was Kind sein bedeutet: Kind sein. Und Kinder wollen, können und müssen vor allem eines: Spielen. Sich die Knie aufschrammen, mit Räubern kämpfen und am Bach mit Nilpferden abhängen.